- Gibt es den Pflegeroboter fürs Wohnzimmer inzwischen?
- Nein, und die Zahlen sind dazu ungewöhnlich eindeutig. Das IFR World Robotics 2025 verzeichnet für 2024 weltweit 536 verkaufte Einheiten für die Pflege zu Hause, während allein in Deutschland 4,9 Millionen Menschen zu Hause versorgt werden (Destatis, Pflegestatistik 2023). Die Privatwohnung ist die schwierigste Umgebung, die die Robotik kennt: Schwellen, lose Teppiche, Treppen, kein Aufzug, Möbel, die sich bewegen, kein Servicetechniker, niemand, der das Gerät lädt, und niemand, der nachts um drei erreichbar ist. Deshalb beginnen wir im Gebäude und nicht in der Wohnung.
- Was ist mit den humanoiden Haushaltsrobotern, die überall gezeigt werden?
- Die sind im Vorbestell- und Pilotstadium. Es gibt heute keinen Humanoiden, den Sie bestellen, im nächsten Quartal in deutschen Wohnanlagen einsetzen und über einen Servicevertrag warten lassen können, und wir sagen das lieber, als Ihnen einen Termin zu verkaufen. Ändert sich das, integriert werob ihn herstellerunabhängig. Bis dahin gilt: Das Demovideo und die Beschaffungsrealität sind zwei verschiedene Dinge.
- Welche Normen gelten hier eigentlich?
- Das hängt davon ab, was die Maschine tut. Ein Transport- oder Reinigungsroboter, der durch einen Flur fährt, fällt unter ISO 3691-4, die harmonisierte Norm für fahrerlose Flurförderzeuge und autonome mobile Roboter, seit Mai 2024 im EU-Amtsblatt gelistet. ISO 13482 betrifft Roboter mit körperlichem Personenkontakt und wird regelmäßig für Maschinen zitiert, für die sie nicht gilt. Über beidem steht die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 gilt und die Richtlinie 2006/42/EG ablöst.
- Was passiert mit den Daten der Bewohner?
- In einer Privatwohnung ist der Datenschutz die erste und die Technik die zweite Frage. Unsere Vorgabe ist das am wenigsten erfassende System, das die Aufgabe noch erfüllt: keine Kamera, wo ein Sensor reicht, keine Cloud, wo lokale Verarbeitung reicht, Verarbeitung innerhalb der EU, rollenbasierter Zugriff und Protokollierung. Ein Sprachassistent ohne Kamera kommt durch eine Wohnungstür, durch die ein kameragestützter Roboter nie kommt, und das ist eine Entwurfsentscheidung, keine Einschränkung.
- Woran scheitert es im realen Gebäude?
- Am Aufzug, an den Brandschutztüren, an den Schwellen und am WLAN. Im Bestand hat der Aufzug keine Schnittstelle, die Brandschutztür schließt auf einer Route, die der Roboter kreuzen muss, und das Netz war nie dafür gedacht, ein Treppenhaus auszuleuchten. Nichts davon steht in einem Datenblatt, und kein Hersteller veröffentlicht ein Aufzugsprotokoll oder einen benannten Aufzugspartner. Aufzugs- und Türanbindung ist ein Posten pro Gebäude, kein Produktmerkmal, und genau das ist die Arbeit von werob.
- Wo hört das auf und wo fängt Pflege im Heim an?
- Pflege ist das vollstationäre Haus mit eigener Küche, Nachtdienst und Heimaufsicht. Ambulante Pflege ist alles um die Wohnung herum: betreutes Wohnen, Service-Wohnen sowie Depot- und Tourenlogistik eines ambulanten Dienstes. Klinik und Labor sind der dritte Fall und laufen über die Lösung Klinik & Labor. Die meisten Träger haben mehr als eines der drei, und dann wird es gemeinsam spezifiziert.