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Ein autonomer Scheuersaugroboter steht nachts an seiner Lade- und Wasserstation in einer leeren Verkaufshalle, hinter ihm ein noch feuchter, frisch gereinigter Streifen auf dem Boden.
Roboter Auslastung autonome Stunden je Roboter

Vierzig Minuten am Tag: Was die größte Roboterflotte der Welt über ihre eigene Auslastung veröffentlicht

Brain Corp meldet über 50.000 Roboter und 5,3 Millionen autonome Betriebsstunden in einem halben Jahr. Geteilt durch Roboter und Tage bleiben davon knapp vierzig Minuten. Das ist keine Kritik an der Flotte — es ist die Zahl, die nach dem dritten Monat auf das Dashboard gehört, und der Grund steht in einem Kärcher-Datenblatt.

werob· Systems integrator for robotics· 11. September 2026

Ein Reinigungsroboter, der 98 Prozent der Zeit verfügbar ist und jeden Tag vierzig Minuten arbeitet, ist auf dem Verfügbarkeits-Dashboard eine Erfolgsgeschichte und auf dem Schichtplan ein Gerät, das die meiste Zeit in der Ecke steht. Beide Aussagen stimmen. Dass Verfügbarkeit die falsche Zahl ist, haben wir an anderer Stelle begründet; dieser Beitrag geht einen Schritt weiter und fragt, welche Zahl an ihre Stelle gehört, wenn der Pilot vorbei ist und die Maschine seit drei Monaten im Haus steht. Die Antwort kommt ausnahmsweise nicht aus einem Einzelfall, sondern aus der größten Flotte, die es gibt: Brain Corp, der Softwareanbieter hinter den autonomen Scheuersaugmaschinen von Tennant und anderen, hat am 6. August 2026 seine Halbjahreszahlen veröffentlicht. Sie enthalten alles, was man für die Rechnung braucht, und die Rechnung ergibt vierzig Minuten.

Key Takeaways

Die Rechnung, die in der Pressemitteilung nicht steht

Die Mitteilung vom 6. August 2026 nennt drei Zahlen, die für sich genommen groß sind: mehr als 50.000 eingesetzte Roboter, mehr als 5,3 Millionen autonome Betriebsstunden im ersten Halbjahr, 3,7 Milliarden Quadratfuß gereinigte Fläche, dazu 68 Prozent Wachstum der Flotte gegenüber dem Vorjahr und 24 Prozent mehr autonome Stunden.

Die Zahl, die nicht darin steht, ergibt sich aus den ersten beiden. 5,3 Millionen Stunden durch 50.000 Roboter sind 106 Stunden je Roboter im Halbjahr, durch 181 Tage sind das 0,59 Stunden am Tag — rund 35 Minuten.

Das ist eine Untergrenze, und es ist fair, das zu sagen. Die 50.000 sind der Stand am Ende des Halbjahres; zu Beginn waren es weniger, also verteilen sich die Stunden auf eine kleinere durchschnittliche Flotte. Rechnet man das Jahreswachstum von 68 Prozent gleichmäßig über das Jahr, lag die Flotte im Januar bei rund 40.000 und im Schnitt des Halbjahres bei rund 45.000 Robotern — dann sind es 0,65 Stunden, rund 40 Minuten. Die Flotte umfasst außerdem nicht nur Scheuersaugmaschinen, sondern auch andere Gerätetypen, und was genau als autonome Stunde zählt, definiert der Anbieter. Zwischen 35 und 40 Minuten je Roboter und Tag liegt der Wert also, mit allen Vorbehalten, die eine solche Rechnung tragen muss.

Er ist trotzdem der ehrlichste Wert, den es zur Auslastung autonomer Reinigungsroboter öffentlich gibt, weil er nicht aus einer Fallstudie stammt, sondern aus der Summe über eine Flotte, deren Anbieter gute Gründe hätte, eine größere Zahl zu zeigen.

Zwei Stunden Ziel, vierzig Minuten Flotte

Dass vierzig Minuten wenig sind, muss man nicht behaupten. Man kann es an der Messlatte des Anbieters selbst ablesen. Brain Corp hat am 4. Mai 2022 in einem Leitfaden zum Flottenmanagement Beispiele für Kennzahlen genannt, mit denen ein Betreiber seine Roboter steuern sollte:

  • Die autonome Nutzung soll bei 80 Prozent oder darüber liegen, gemessen am manuellen Betrieb derselben Maschine.
  • Jeder Roboter soll ein Tagesziel für die Einsatzdauer haben, „such as two hours per day“ — zwei Stunden am Tag.
  • Jeder Roboter soll eine Tagesfläche erreichen, „such as 30,000 square feet“ — rund 2.800 Quadratmeter.
  • Die Zahl der Assists, also der Eingriffe durch Personal, ist der Indikator für Wartungsbedarf und Nachtraining.

Zwischen dem Beispielziel von 2022 und dem Flottendurchschnitt von 2026 liegt ein Faktor drei. Das ist keine Aussage über die Qualität der Maschinen; es ist eine Aussage darüber, wie viel der theoretisch verfügbaren Zeit ein Roboter im Regelbetrieb tatsächlich autonom arbeitet, wenn Tausende Betreiber ihn in ihre Häuser stellen. Wer nach dem dritten Monat wissen will, wo er steht, hat damit beide Enden der Skala: das Ziel, das der Anbieter selbst vorschlägt, und den Wert, den seine Flotte erreicht.

Und die Kennzahl, die dazwischen liegt, ist nicht Verfügbarkeit. Es sind autonome Stunden je Roboter und Tag, gegen ein Ziel, das im Haus gesetzt wurde. Warum Verfügbarkeit diese Lücke nicht sehen kann, haben wir in Fortschrittserkennung als Betriebskennzahl begründet; hier geht es um die Zahl, die sie ersetzt.

Warum die Stunden fehlen: ein Datenblatt

Die Erklärung für den Faktor drei steht nicht in der Pressemitteilung, aber in den technischen Daten der Maschinen, die solche Flotten bilden. Kärcher veröffentlicht für seine autonome Scheuersaugmaschine KIRA B 50 ein Datenblatt mit Stand 28. August 2024. Zwei Zeilen daraus genügen.

Theoretische Flächenleistung, autonom: max. 2.365 m²/h. Das ist die Zahl, die in jedem Angebot steht.

Flächenleistung je Tankfüllung: ca. 1.830 m². Das ist die Zahl, die den Tag bestimmt.

Der Frischwassertank fasst 55 Liter, der Schmutzwassertank ebenfalls. Bei theoretischer Nennleistung sind 1.830 Quadratmeter nach 46 Minuten gereinigt — und der Tank ist leer. Der Akku hält laut Datenblatt rund 3,5 Stunden. Die Maschine könnte also gut vier Tankfüllungen lang fahren, bevor sie laden muss, und sie fährt genau eine, wenn niemand nachfüllt.

Das ist der Mechanismus hinter der Flottenzahl. Ein Roboter, der autonom fährt, aber nicht autonom Wasser bekommt, arbeitet so lange, wie ein Tank reicht, und wartet dann. Die Wartezeit ist auf dem Verfügbarkeits-Dashboard grün, in der Kennzahl „autonome Stunden je Tag“ ist sie null, und auf dem Schichtplan ist sie ein Mensch, der zur Maschine geht. Bei 46 Minuten je Tank und zwei Stunden Tagesziel sind das drei Gänge pro Roboter und Tag; bei zehn Robotern dreißig.

Kärcher bietet für die KIRA eine Dockingstation an, und ihre Beschreibung im Zubehörteil des Datenblatts erklärt, warum: Sie „reduziert manuelle Eingriffe auf ein Minimum und erweitert Reichweite und Flächenleistung der Roboter“. Das ist wörtlich die Kennzahl aus dem vorigen Abschnitt, umgesetzt in ein Bauteil. Nach Herstellerangabe füllt die Station Frischwasser nach, entleert und spült den Schmutzwassertank und lädt den Akku; sie wird an der Wand montiert, in unmittelbarer Nähe eines Frischwasseranschlusses, einer Steckdose und eines Bodenablaufs, mit zwei mal zwei Metern freier Fläche davor. Das ist Gebäudetechnik, keine Robotik, und sie ist in der Regel der Teil, der zum Go-live nicht fertig ist. Wie sich das Laden einer Flotte organisieren lässt, steht im Beitrag zur Ladeinfrastruktur; das Wasser ist die schwierigere Hälfte derselben Frage.

Die vier Zahlen ab Monat drei

Die ersten Wochen eines Einsatzes werden mit Verfügbarkeit und erledigten Aufträgen gemessen, und das ist richtig, weil dort die Frage lautet, ob die Maschine im Haus funktioniert. Ab dem dritten Monat lautet die Frage, ob das Haus die Maschine nutzt. Dafür genügen vier Zahlen, alle aus Daten, die jede Flottensoftware ohnehin führt.

  1. Autonome Stunden je Roboter und Tag, gegen Ziel. Das Ziel setzt der Betreiber, nicht der Hersteller; zwei Stunden sind ein Anfang, den der Anbieter selbst vorschlägt. Unter einer Stunde ist die Maschine ein Pilot, der nicht beendet wurde.
  2. Anteil autonom an der Gesamtlaufzeit. Eine Scheuersaugmaschine, die überwiegend von Hand geschoben wird, ist eine teure Scheuersaugmaschine. Brain Corps Beispielwert liegt bei 80 Prozent.
  3. Assists je autonome Stunde. Nicht die Zahl der Eingriffe, sondern die Zahl je Stunde, sonst belohnt die Kennzahl den Roboter, der nicht fährt. Steigt sie, hat sich der Ort verändert — neue Aufsteller, neue Paletten, eine Tür —, nicht die Maschine.
  4. Tankfüllungen je Schicht, mit Verursacher. Station oder Mensch. Diese Zahl erklärt die erste: Wo ein Mensch füllt, ist die Obergrenze der autonomen Stunden die Zahl seiner Gänge.

Die vier Zahlen zusammen ergeben eine Aussage, die ein Verfügbarkeitswert nie liefert: ob ein zweiter Roboter mehr autonome Stunden brächte oder nur einen zweiten Tank, der auf jemanden wartet.

Was sich auf der Schicht ändert, wenn die Zahl auf dem Dashboard steht

Die Wirkung der Kennzahl ist organisatorisch, und sie tritt schnell ein. Sobald die autonomen Stunden je Roboter und Tag neben dem Ziel stehen, wird sichtbar, dass die Maschine nicht wegen der Maschine stillsteht.

Sie steht, weil das Zeitfenster fehlt: Die Halle ist tagsüber belegt, die Nachtschicht hat andere Aufgaben, und niemand hat den Start für 22:30 Uhr eingeplant. Sie steht, weil das Wasser fehlt: Der Tank ist leer, die Station nicht gebaut, der Anschluss am anderen Ende des Gebäudes. Sie steht, weil die Route fehlt: Ein Bereich wurde umgeräumt, die alte Route bricht ab, und wer sie neu aufzeichnet, ist nicht auf der Schicht.

Jede dieser Ursachen hat einen Verantwortlichen, und keiner davon ist der Hersteller. Das ist die eigentliche Funktion der Kennzahl nach dem dritten Monat: Sie verschiebt das Gespräch von „läuft der Roboter“ zu „wer hat heute dafür gesorgt, dass er laufen konnte“. Ein Pilot beantwortet diese Fragen nicht, weil in seinen Wochen der Hersteller das Wasser nachfüllt und die Route neu aufzeichnet — weshalb er so wenig beweist. Die Auslastungszahl ist das, was den Pilot beendet.

Grenzen: eine Flotte, ein Datenblatt, eine abgeleitete Zahl

Drei Einschränkungen, weil die Rechnung nur so belastbar ist wie ihre Eingaben.

Die vierzig Minuten sind abgeleitet, nicht gemeldet. Brain Corp veröffentlicht keine Auslastung je Roboter. Die Zahl ergibt sich aus zwei gemeldeten Größen und einer Annahme über das Wachstum innerhalb des Halbjahres; sie beschreibt eine Größenordnung, keine Messung. Die Flotte enthält verschiedene Gerätetypen, und die Definition einer autonomen Stunde ist die des Anbieters.

 

Das Datenblatt ist ein Modell eines Herstellers. 2.365 m²/h und 1.830 m² je Tank gelten für die KIRA B 50 mit Stand August 2024. Andere Maschinen haben andere Tanks, andere Arbeitsbreiten und andere Verhältnisse von Wasser zu Akku. Übertragbar ist die Struktur — Tank gegen Akku, Station gegen Mensch —, nicht die Minutenzahl. Wer die Rechnung für die eigene Maschine macht, braucht genau die zwei Zeilen aus dem eigenen Datenblatt.

 

Zwei Stunden sind ein Beispiel, kein Benchmark. Der Leitfaden von 2022 nennt die zwei Stunden und die 30.000 Quadratfuß ausdrücklich als Beispiele für Ziele, die ein Betreiber setzt. Ein Logistikzentrum mit 20.000 Quadratmetern Boden und ein Supermarkt mit 2.000 haben verschiedene Ziele; der Punkt ist, dass es eines gibt und dass es neben der Ist-Zahl steht.

FAQ

Wie viele Stunden am Tag arbeitet ein autonomer Reinigungsroboter tatsächlich?
Aus den Halbjahreszahlen von Brain Corp (6. August 2026: über 50.000 Roboter, mehr als 5,3 Millionen autonome Stunden) ergeben sich rechnerisch rund 35 bis 40 Minuten je Roboter und Tag im Flottendurchschnitt. Der Wert ist abgeleitet, nicht gemeldet, und umfasst verschiedene Gerätetypen.
Welche Kennzahl sollte Verfügbarkeit ersetzen?
Autonome Stunden je Roboter und Tag, gemessen gegen ein Ziel, das der Betreiber setzt. Dazu der Anteil autonom an der Gesamtlaufzeit, Assists je autonome Stunde und Tankfüllungen je Schicht mit Angabe, ob eine Station oder ein Mensch gefüllt hat.
Warum setzt der Tank und nicht der Akku den Takt?
Weil der Tank früher leer ist. Das Kärcher-Datenblatt der KIRA B 50 nennt 2.365 m²/h theoretische Flächenleistung und rund 1.830 m² je Tankfüllung — bei Nennleistung ist der Tank nach etwa 46 Minuten leer, der Akku hält 3,5 Stunden. Ohne Station mit Wasseranschluss endet die autonome Arbeit mit dem Tank.
Welche Ziele nennt Brain Corp für Betreiber?
In einem Leitfaden vom 4. Mai 2022 als Beispiele: mindestens 80 Prozent autonome Nutzung im Vergleich zum manuellen Betrieb, ein Tagesziel wie zwei Stunden Einsatz je Roboter, ein Flächenziel wie 30.000 Quadratfuß am Tag, und die Zahl der Assists als Indikator für Wartung und Nachtraining.
Was ändert sich im Betrieb, wenn die Auslastung gemessen wird?
Die Ursachen für Stillstand werden Personen zugeordnet: fehlendes Zeitfenster, fehlendes Wasser, fehlende Route. Keine davon liegt beim Hersteller. Die Kennzahl verschiebt die Frage von „läuft der Roboter“ zu „wer hat dafür gesorgt, dass er laufen konnte“.

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