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Nahaufnahme eines zweilinsigen Stereokamera-Sensors, der auf der staubigen Heckabdeckung eines Radladers verschraubt ist; dahinter unscharf die Abbaustufen eines Steinbruchs und ein weiterer Radlader an der Ladestelle, hartes Nachmittagslicht.
Personenerkennung Bagger Radlader Kamera KI Nachrüstung

Personenerkennung am Bagger und Radlader: was die Kamera dokumentiert leistet, und was kein Datenblatt sagt

Zwei Wege führen heute zu einer Kamera, die am Heck einer Baumaschine einen Menschen von einer Palette unterscheidet: ein herstellerunabhängiger Nachrüstsatz, der seit Jahren in Serie ist, und eine Werksoption, die einen Radlader von selbst bis zum Stillstand bremst. Beide Hersteller dokumentieren, was ihr System erkennt und wo es läuft. Beide dokumentieren nicht, auf welche Entfernung, in wie vielen Millisekunden und mit welchem Sicherheitsniveau. Genau dort beginnt die Begehung.

werob· Systemintegrator für Robotik· 16. September 2026

Die Frage, ob eine ältere Baumaschine mit Kamerasensorik nachgerüstet werden kann, hat eine kurze Antwort: Ja, seit Jahren, und der bekannteste Nachrüstsatz ist markenunabhängig. Die längere Antwort beginnt danach. Was eine solche Kamera erkennt, ist in den Produktseiten der Hersteller nachlesbar; was sie nicht erkennt, auf welche Entfernung sie reagiert und wie schnell, steht dort nicht, und für die Sicherheitsfunktion dahinter nennt keine der gelesenen Seiten ein Sicherheitsniveau. Dieser Artikel stellt zwei dokumentierte Systeme nebeneinander, den Nachrüstsatz Blaxtair und Liebherrs aktive Personenerkennung mit Bremsassistent für Radlader, hält fest, was beide Hersteller schriftlich zusagen, und leitet daraus die Fragen ab, die ein Betreiber vor der Bestellung stellt. Es ist ein Artikel über zwei Datenblätter, nicht über einen Test.

Key Takeaways

Zwei Wege, dieselbe Aufgabe

Die Aufgabe ist auf jeder Baustelle dieselbe: Hinter einem Radlader oder neben einem Bagger steht ein Mensch, den der Fahrer aus der Kabine nicht sieht, und die Maschine soll das vor dem Fahrer wissen. Zwei dokumentierte Wege führen dorthin. Der erste ist eine Nachrüstung. Blaxtair, ein Produkt des französischen Herstellers Arcure, ist eine Kamera mit eingebetteter künstlicher Intelligenz, die der Hersteller seit 2009 im Feld hat und die nach eigener Angabe mit allen Marken, Größen und Typen von Baggern kompatibel ist, ob auf Rädern oder Ketten, und ebenso mit Radladern und Staplern. Der zweite Weg ist eine Werksoption. Liebherr hat für seine mittelgroßen Radlader eine aktive Personenerkennung im Programm und sie im April 2021 um einen Bremsassistenten und eine Gefahrenkarte erweitert; die Fachpresse berichtete darüber am 7. April 2021.

Beide Wege lösen dieselbe Aufgabe mit derselben Grundidee, einer Kamera, deren Auswertung Personen von Gegenständen unterscheidet, und sie unterscheiden sich in fast allem, was für die Beschaffung zählt: ob die Maschine schon steht oder erst bestellt wird, ob die Reaktion eine Warnung oder ein Bremseingriff ist, und wohin die Daten gehen. Dieser Artikel liest die Produktseiten beider Hersteller, Stand September 2026, und nur diese.

Was Blaxtair schriftlich zusagt

Die Produktseiten von Blaxtair nennen die Kamera das einzige KI-System an Bord, das Fußgänger in Echtzeit präzise erkennt und ortet; das ist eine Herstelleraussage und wird hier als solche wiedergegeben. Dokumentiert ist die Erkennung in jeder Haltung, stehend, hockend oder teilweise sichtbar, vorwärts wie rückwärts. Die Verarbeitung läuft an Bord, eine Cloud ist für die Erkennung selbst nicht nötig. Der Sensor ist mit Schutzart IP69K und einem Betriebstemperaturbereich von minus 40 bis plus 85 Grad Celsius angegeben, ausgelegt für starke Vibrationen und Stöße. Die Installation beschreibt der Hersteller als Plug-and-Play, kompakt und einfach. Um die Personenerkennung herum bietet Arcure weitere Module unter demselben Namen an: Erkennung bestimmter Hindernisse, Fahrzeugerkennung, Stoßerkennung, eine Zonenfunktion, eine Checklistenfunktion, eine Perzeptionstechnologie für Erstausrüster und eine cloudbasierte IoT-Anbindung namens Blaxtair Connect, der der Hersteller nachsagt, sie teile die Koexistenz von Fahrzeugen und Fußgängern durch drei. Auch das ist eine Herstellerzahl ohne veröffentlichte Methode.

Das ist eine ehrliche Liste, und sie ist ehrlich auch in dem, was sie auslässt. Auf den gelesenen Seiten steht keine Erkennungsreichweite in Metern, keine Reaktionszeit in Millisekunden, keine Aussage zur Erkennungsleistung bei Dunkelheit, Regen oder Gegenlicht, keine Fehlalarmrate, keine Aussage dazu, ob und wie lange Bilder gespeichert werden, und keine Norm oder Zertifizierung für die Funktion. Ein System, das auf Fahrerwarnung ausgelegt ist, muss keines davon nennen; ein Betreiber, der es beschafft, muss es trotzdem wissen.

Was Liebherr schriftlich zusagt

Liebherrs aktive Personenerkennung warnt den Fahrer laut Hersteller optisch auf dem Display und akustisch vor Gefahren im Heckbereich des Radladers. Um gezielt vor Personenschäden zu warnen, unterscheidet das Assistenzsystem automatisch zwischen Personen und Gegenständen, mit Kameratechnik und ohne dass Personen Transponder oder Sender tragen müssen; bei Personen warnt es auf größere Entfernung als bei statischen Hindernissen wie Wänden oder Pfeilern. Der 2021 hinzugekommene Bremsassistent verzögert die Maschine automatisch, sobald die Personenerkennung im Heckbereich eine Gefahrenquelle identifiziert, bis zum Stillstand, und greift damit früher ein als ein Fahrer, dessen Reaktionszeit entfällt. Die zweite Erweiterung ist die Gefahrenkarte: Jedes Mal, wenn das System eine Gefahr erkennt und warnt, überträgt es einen GPS-Punkt in Liebherrs Datenübertragungs- und Ortungssystem LiDAT, und der Betreiber erhält daraus eine Karte mit diesen Punkten, auf der sich zeigt, wo auf dem Gelände die Warnungen häufen.

Auch diese Beschreibung lässt aus, was eine Abnahme bräuchte: keine Entfernung, ab der die Bremsung einsetzt, keine Verzögerung in Metern pro Sekunde zum Quadrat, kein Performance Level oder eine Kategorie nach ISO 13849 für die Bremsfunktion, keine Angabe, ob die Maschine bei einer Warnung im Vorwärtsbetrieb anders reagiert, und keine Aussage dazu, ob Bilder gespeichert oder nur Ereignispunkte übertragen werden. Die Gefahrenkarte ist dabei das Detail, das die Datenfrage stellt: Ein GPS-Punkt je Warnung ist ein Ereignis ohne Bild, und ob das so bleibt, sagt die Beschreibung nicht. Ob die Funktion Serienausstattung oder Option ist und ob sie auf ältere Maschinen der Baureihe nachrüstbar ist, geht aus der gelesenen Berichterstattung ebenfalls nicht hervor; das ist eine Frage an den Händler.

Die Zahlen, die in keinem Datenblatt stehen

Setzt man beide Beschreibungen nebeneinander, entsteht eine Liste dessen, was für die Entscheidung fehlt und nur vor Ort oder im Vertrag zu bekommen ist. Reichweite: ab welcher Entfernung ein Mensch erkannt wird, stehend und hockend, und ab welcher gewarnt oder gebremst wird. Zeit: wie lange zwischen Erkennung und Warnung vergeht, und bei der Werksoption zwischen Erkennung und Bremsbeginn. Licht: was bei Nacht, bei tiefstehender Sonne, bei Regen auf der Linse und bei Staub erkannt wird; die IP69K-Angabe sagt, dass der Sensor das aushält, nicht, dass er dann sieht. Fehlalarme: wie oft das System bei Pfützen, Warnbaken, Zaunfeldern oder einem abgestellten Overall anschlägt, denn ein Fahrer, der zehnmal am Tag grundlos gewarnt wird, hört nach einer Woche nicht mehr hin. Und Sicherheitsniveau: Für eine Funktion, die eine Maschine selbsttätig bremst, ist die Frage nach dem Performance Level nach ISO 13849-1 keine Formalie, sondern der Unterschied zwischen einer Komfortfunktion und einer Sicherheitsfunktion, und keine der gelesenen Seiten beantwortet sie.

Der Weg zu diesen Zahlen ist derselbe wie bei jeder Maschine mit Sensorik: eine Vorführung auf dem eigenen Gelände, mit den eigenen Lichtverhältnissen, den eigenen Ladungsträgern und einem Mitarbeiter in der eigenen Warnkleidung, hockend hinter dem Heck; und ein Vertrag, der die Werte, die die Vorführung liefert, als zugesicherte Eigenschaften festhält. Ein Datenblatt, das die Zahlen nicht nennt, ist kein Mangel des Herstellers. Es ist eine Aufforderung, sie zu messen.

Die Frage nach den Bildern

Eine Kamera, die Menschen erkennt, ist keine Kamera, die Menschen identifiziert, und dieser Unterschied trägt die Entscheidung, ob ein solches System auf einer Baustelle ein Datenschutzthema ist oder nicht. Beide Hersteller beschreiben ihre Systeme als Erkennung an Bord: Die Auswertung stellt fest, dass eine Person im Gefahrenbereich ist, nicht wer. Solange nichts gespeichert und nichts übertragen wird, bleibt es dabei. Der Fall ändert sich mit jedem Zusatz, der Ereignisse nach außen gibt: Blaxtair Connect ist als cloudbasierte IoT-Lösung beschrieben, Liebherrs Gefahrenkarte überträgt je Warnung einen GPS-Punkt in LiDAT. Ob dabei ein Bild mitgeht, ein Ausschnitt, nur eine Koordinate oder nur ein Zähler, sagt keine der gelesenen Quellen, und genau das ist die Frage, die vor der Bestellung an den Anbieter geht und in den Vertrag gehört.

Die Antwort bestimmt, wer im Haus beteiligt werden muss. Ein System, das an Bord erkennt und ausschließlich warnt, betrifft die Beschäftigten auf der Baustelle nicht anders als ein Rückfahrwarner. Ein System, das Ereignisse mit Bildern in eine Cloud überträgt, erfasst Beschäftigte am Arbeitsplatz, und die Bewertung gehört dann zum Datenschutzbeauftragten und, wo es ihn gibt, zum Betriebsrat, bevor die erste Maschine damit fährt. Dieser Artikel nimmt diese Bewertung nicht vor; er stellt fest, dass sie von einer Vertragsklausel abhängt, die die Datenblätter offenlassen.

Gelernte Erkennung, deterministische Reaktion

Beide Systeme haben denselben Aufbau, und er ist es wert, benannt zu werden, weil er über die Nachweise entscheidet. Der Erkennungsanteil ist gelernt: Ein Modell entscheidet aus Kamerabildern, ob das Objekt hinter der Maschine ein Mensch ist. Die Reaktion ist deterministisch: Warnton, Displayanzeige, bei Liebherr eine Bremsung nach festen Regeln. Für den gelernten Anteil gibt es keine abzählbare Liste von Fällen, die man abnehmen könnte; man kann nur Szenarien abdecken, hockend, halb verdeckt, im Gegenlicht, und die Abdeckung dokumentieren. Für den deterministischen Anteil gelten die Regeln der Maschinensicherheit, und für einen Bremseingriff heißt das, dass die Funktion selbst einen Nachweis braucht, der nicht aus der Erkennungsrate der Kamera folgt.

Das ist keine Besonderheit dieser beiden Produkte. Es ist die Trennung, die für jede gelernte Komponente auf einer Maschine gilt, und sie ist der Grund, warum eine Personenerkennung, die gut erkennt, noch keine Sicherheitsfunktion ist, die gut bremst. Wer beides in einem Kauf erwirbt, kauft zwei Nachweise, und der zweite steht in keiner der gelesenen Produktbeschreibungen.

Was ein Betreiber daraus macht

Für eine bestehende Flotte ist die Nachrüstung der Weg, und die Frage ist nicht, ob sie geht, sondern welche Zahlen die Vorführung auf dem eigenen Gelände liefert und ob sie im Vertrag stehen. Für eine Neubeschaffung ist die Werksoption der Weg, wenn der Hersteller sie für die gewünschte Baureihe anbietet, und die Frage ist dann, ob die Bremsfunktion als Sicherheitsfunktion nachgewiesen ist oder als Assistenz verkauft wird. In beiden Fällen gehört die Frage nach den Bildern vor die Bestellung. werob ist herstellerunabhängiger Systemintegrator; Arcure und Liebherr sind hier öffentlich dokumentierte Marktbeispiele und keine bestätigten Partner, und werob hat keines der beiden Systeme abgenommen oder vermessen. Was werob in einer Spezifikation für eine Baustelle festhält, sind die Szenarien, die die Vorführung abdecken muss, und die Werte, die der Vertrag zusichern soll; die Messung selbst findet auf dem Gelände des Betreibers statt.

Grenzen: was hier belegt ist und was nicht

Die Angaben zu Blaxtair stammen von den Produktseiten des Herstellers Arcure (Kategorieseiten für Bagger und Radlader, Produktseite der Personenerkennung), gelesen im September 2026; Herstelleraussagen wie das einzige System seiner Art oder die Teilung durch drei sind als solche gekennzeichnet und nicht geprüft. Die Angaben zu Liebherr stammen aus der Fachpresseberichterstattung vom 7. April 2021 über den Bremsassistenten und die Gefahrenkarte für die mittelgroße Radladerbaureihe; die Baureihenbezeichnungen, der Ausstattungsstatus und die Nachrüstbarkeit wurden nicht beim Hersteller verifiziert. Keine der Quellen nennt Reichweite, Reaktionszeit, Fehlalarmrate, Bildspeicherung oder ein Performance Level; wo dieser Artikel diese Größen nennt, nennt er sie als fehlend, nicht als gemessen. Es liegt hier keine eigene Messung, keine Abnahme und kein Kundenprojekt zugrunde, und keine Zahl auf dieser Seite stammt von werob.

FAQ

Kann ich einen älteren Bagger oder Radlader mit einer Personenerkennungskamera nachrüsten?
Ja. Blaxtair von Arcure ist laut Hersteller mit allen Marken, Größen und Typen von Baggern und Radladern kompatibel und wird als Plug-and-Play-System nachgerüstet; die Erkennung läuft an Bord. Was auf dem eigenen Gelände erkannt wird, auf welche Entfernung und wie schnell, muss eine Vorführung zeigen, das Datenblatt nennt es nicht.
Was macht Liebherrs aktive Personenerkennung anders als eine Nachrüstkamera?
Sie ist eine Werksoption für Liebherr-Radlader und greift seit 2021 in die Maschine ein: Der Bremsassistent verzögert bis zum Stillstand, sobald im Heckbereich eine Person erkannt wird, und jede Warnung sendet einen GPS-Punkt in das Herstellersystem LiDAT, aus dem eine Gefahrenkarte des Geländes entsteht. Ein Nachrüstsatz warnt den Fahrer; er bremst nicht.
Welche Zahlen fehlen in den Datenblättern?
Erkennungsreichweite, Reaktionszeit, Verhalten bei Nacht, Regen und Gegenlicht, Fehlalarmrate, Angaben zur Bildspeicherung und ein Performance Level nach ISO 13849-1 für die Bremsfunktion. Diese Werte kommen aus einer Vorführung auf dem eigenen Gelände und gehören als zugesicherte Eigenschaften in den Vertrag.
Ist eine Personenerkennungskamera ein Datenschutzthema?
Solange sie an Bord erkennt und nur warnt, nicht: Sie stellt fest, dass eine Person im Gefahrenbereich ist, nicht wer. Sobald Ereignisse mit Bildern nach außen übertragen werden, etwa in eine Cloud-Anbindung, sind Beschäftigte am Arbeitsplatz erfasst, und die Bewertung gehört zum Datenschutzbeauftragten. Ob ein Bild mitgeht, sagt keine der gelesenen Quellen; das ist die Vertragsfrage.
Reicht eine gute Erkennungsrate als Sicherheitsnachweis?
Nein. Der Erkennungsanteil ist ein gelerntes Modell, dessen Abdeckung man dokumentiert; die Reaktion, insbesondere ein Bremseingriff, ist eine deterministische Funktion, die einen eigenen Nachweis nach den Regeln der Maschinensicherheit braucht. Beide Nachweise sind getrennt zu verlangen; keine der gelesenen Produktseiten liefert den zweiten.

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