
ISO 15143-3: was eine gemischte Maschinenflotte über die Schnittstelle herausgibt, und was nicht
Bagger, Radlader und Dumper verschiedener Hersteller melden ihre Betriebsdaten seit Jahren über dieselbe Schnittstelle: ISO/TS 15143-3, in der Branche AEMP 2.0 genannt. Wer einen Roboter oder einen Autonomie-Nachrüstsatz auf eine solche Baustelle bringt, trifft auf diese Datenwelt zuerst. Der Text der Technischen Spezifikation und die Produktbroschüre eines Herstellers sagen genau, was darüber ankommt: zwanzig Datenelemente, per HTTPS vom Server des Herstellers, kostenpflichtig, und nichts, was eine Maschine steuert.
Auf einer Baustelle mit Maschinen von drei Herstellern gibt es drei Telematikportale, und der Bauleiter sieht in keinem die ganze Flotte. Dass es trotzdem ein gemeinsames Datenformat gibt, verdanken Betreiber einer Technischen Spezifikation, die kaum jemand liest: ISO/TS 15143-3, zweite Ausgabe Januar 2020, in der Branche unter dem Namen ihres Vorläufers AEMP 2.0 bekannt. Wer einen Roboter, eine autonome Maschine oder einen Nachrüstsatz auf so eine Baustelle bringt, muss wissen, was über diese Schnittstelle tatsächlich ankommt und was nicht, denn die eigene Flotte wird neben der bestehenden laufen, nicht statt ihrer. Dieser Artikel liest die Spezifikation im Wortlaut, daneben die Produktbroschüre eines Herstellers, der die Schnittstelle als Produkt verkauft, und zieht daraus die Fragen, die vor der Anbindung geklärt gehören.
Key Takeaways
- 1ISO/TS 15143-3:2020 ist eine Technische Spezifikation, keine Internationale Norm. Sie beschreibt, wie Maschinendaten vom Server eines Telematikanbieters an die Anwendung des Kunden gelangen: per HTTPS-GET auf eine bekannte URL, als Flotten- oder Maschinendokument mit festgelegtem Vokabular.
- 2Ausdrücklich nicht geregelt sind die Datenerfassung an Bord, das Bordprotokoll wie CAN-Bus und der Funkweg von der Maschine zum Server. Die Schnittstelle beginnt erst, wenn die Daten beim Hersteller liegen. Sie ist ein Leseweg; ein Befehl an die Maschine ist darin nicht vorgesehen.
- 3Die Spezifikation definiert zwanzig Datenelemente, von Standort und Betriebsstunden über Kraftstoff, Leerlaufstunden und Motorzustand bis zu Ladezähler und kumulierter Nutzlast, plus ein Feld für herstellerspezifische Codes. Das erklärte Ziel ist der direkte Zugriff des Endnutzers auf seine Flotte, nicht die Aggregation durch Dritte.
- 4Caterpillars eigene Broschüre zur Schnittstelle nennt die Bedingungen: kostenpflichtiges Telematikabonnement über Product Link, einmalige Gebühr für den API-Abruf mit bis zu 10.000 Aufrufen pro Tag, Snapshot als letzter gemeldeter Wert, Zeitreihe bis zu zwei Wochen je Maschine, unbefristete Speicherung auf dem eigenen System.
- 5Für eine Baustelle mit Robotern folgt daraus: Die Bestandsflotte liefert Zustand, nicht Steuerung, mit der Latenz des Herstellerservers, und die Roboter sprechen ohnehin andere Schnittstellen. Wer beides in einem Bild will, klärt vor der Anbindung, welche Maschinen überhaupt angebunden sind, wer das Abonnement hält und wem die abgerufenen Daten gehören.
Was das Dokument ist, und was der Name verschweigt
Das Dokument heißt vollständig ISO/TS 15143-3:2020, Earth-moving machinery and mobile road construction machinery, Worksite data exchange, Part 3: Telematics data. Das TS im Namen ist die erste Information: Es ist eine Technische Spezifikation, keine Internationale Norm, und trägt damit nicht den Konsensstatus einer ISO-Norm. Die zweite Ausgabe ist auf Januar 2020 datiert und ersetzt die erste von 2016; als wesentliche Änderung nennt das Vorwort einen normativen Anhang E, der das Verfahren festlegt, wie neue Datenelemente in die Spezifikation aufgenommen werden. Erstellt wurde sie vom Technischen Komitee ISO/TC 127, Erdbaumaschinen, Unterkomitee SC 3, und das Vorwort dankt ausdrücklich der Association of Equipment Manufacturers und der Association of Equipment Management Professionals für die Vorarbeit. Daher der Branchenname AEMP 2.0: Die zweite Fassung der Verbandsspezifikation von 2016 wurde zur ISO-Vorlage, und die meisten Hersteller und Flottenplattformen nennen die Schnittstelle bis heute so.
Die Einleitung sagt in zwei Sätzen, wofür das Dokument gedacht ist. Es sei ein Datenschema für Daten, die direkt vom Maschinenhersteller oder Anbieter an den Maschineneigentümer übertragen werden, in standardisiertem Format, zur Verwendung durch Eigentümer gemischter Flotten. Und: Das Ziel sei der direkte Zugriff der Endnutzer auf ihre eigenen Flottendaten, nicht die Befähigung Dritter zur Datenaggregation über Endnutzer hinweg. Der zweite Satz ist für jeden Dienstleister wichtig, der Maschinendaten für seine Kunden abrufen will: Die Spezifikation ist für den Eigentümer geschrieben, und wer für ihn abruft, tut das in seinem Auftrag, nicht aus eigenem Recht.
Der Geltungsbereich, und die drei Dinge, die er ausschließt
Abschnitt 1 legt fest, was geregelt wird: das Kommunikationsschema, mit dem Statusdaten mobiler Maschinen vom Server eines Telematikanbieters über das Internet an Kundenanwendungen bereitgestellt werden. Die Daten werden an der Maschine von einem Telematik-Datenlogger erfasst und auf dem Server des Anbieters gespeichert; das Dokument beschreibt die Anfragen an diesen Server und die Antworten mit den festgelegten Datenelementen, zur Analyse von Maschinenleistung und Maschinenmanagement in Betrieb und Wartung. Anwendbar ist es auf selbstfahrende Erdbaumaschinen nach ISO 6165 und mobile Straßenbaumaschinen nach ISO 22242, sofern sie über Orts- und Zeitinstrumentierung verfügen.
Dann folgt der Satz, der die Reichweite bestimmt. Nicht anwendbar ist die Spezifikation auf die Datenerfassung an Bord, auf das Bordkommunikationsprotokoll wie den CAN-Bus und auf die drahtlose Übertragung der Maschinendaten zum Server des Anbieters, nachdem sie am Datenlogger erfasst wurden. Die Schnittstelle beginnt also erst, wenn die Daten bereits beim Hersteller oder Telematikanbieter liegen. Was auf der Maschine passiert, wie oft sie sendet, über welches Netz und mit welcher Verzögerung, steht nicht in diesem Dokument und ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Die Einleitung beschreibt den Mechanismus: Die Kundenanwendung sendet HTTPS-GET-Anfragen an den Server, und der Server antwortet mit einem Maschineninformationsdokument, dessen Vokabular die Spezifikation festlegt. Ein GET ist ein Leseweg. Ein Weg, über den die Anwendung der Maschine etwas mitteilt, ist in der Spezifikation nicht enthalten.
Die zwanzig Datenelemente
Abschnitt 11 der Spezifikation führt die Datenelemente einzeln auf, jeweils mit Zeitstempel, Maßeinheit, Endpunkt für die Anfrage und Schema für die Antwort. In der Reihenfolge des Dokuments: Maschinenkopfdaten mit Hersteller, Modell und Maschinenkennung; letzter bekannter Standort mit Datum, Breite, Länge und Höhe, dazu ein Endpunkt für die Standort-Zeitreihe; Betriebsstunden; kumulierter Kraftstoffverbrauch, im Dokument als bevorzugt gekennzeichnet; Kraftstoffverbrauch der vorangegangenen 24 Stunden, als Alternative gekennzeichnet und ausdrücklich nicht bevorzugt; kumulierte Fahrstrecke; Referenznummer für Warncodes; kumulierte Leerlaufstunden im Betrieb; Verhältnis des verbleibenden Kraftstoffs; Anteil des verbleibenden Harnstoffs; Motorzustand; Zustand der Digitaleingänge; kumulierte Nebenabtriebsstunden; durchschnittlicher täglicher Motorlastfaktor; tägliche Spitzengeschwindigkeit; kumulierter Ladezähler; kumulierte Nutzlastsumme; kumulierte unproduktive Regenerationsstunden; kumulierte Leerlaufstunden außerhalb des Betriebs. Den Abschluss bildet ein Abschnitt für Datenfeldbeschreibungen von Codes, die je System eigen sind.
Zwei Beobachtungen zu dieser Liste. Erstens sind fast alle Werte kumuliert. Die Spezifikation liefert Zählerstände, keine Ereignisse: Sie sagt, wie viele Ladespiele eine Maschine seit Inbetriebnahme hatte und wie viele Tonnen sie insgesamt bewegt hat, und wer daraus eine Schicht, eine Fahrt oder eine Leerfahrt ableiten will, muss Zählerstände in kurzen Abständen abrufen und selbst differenzieren. Zweitens fehlt alles, was eine Maschine im Moment tut: kein Auslegerwinkel, kein Schaufelinhalt, kein Fahrbefehl, kein Sensorbild. Das ist keine Lücke, sondern Absicht; diese Daten liegen an Bord, und an Bord endet der Geltungsbereich, bevor er beginnt.
Wie ein Hersteller die Schnittstelle tatsächlich ausliefert
Die Spezifikation legt das Vokabular fest, nicht die Geschäftsbedingungen. Die stehen beim Hersteller, und Caterpillar hat sie in einer zweiseitigen deutschsprachigen Broschüre mit der Dokumentnummer PGDJ0444-01 aus dem Jahr 2020 veröffentlicht, die hier als Beispiel dient, weil sie öffentlich ist und Zahlen nennt. Danach ist der Zugriff über die API gemäß ISO 15143-3 an ein kostenpflichtiges Telematikabonnement gebunden und erfasst jede Maschine, die über Product Link vernetzt ist. Für den Datenabruf über die API fällt eine einmalige Gebühr an, mit bis zu 10.000 Aufrufen pro Tag. Ein Snapshot ist der zuletzt gemeldete Wert einer Maschine oder Flotte zu einem Zeitpunkt; eine Zeitreihe umfasst alle bekannten Werte in einem angegebenen Zeitraum von bis zu zwei Wochen für ein einzelnes Ausrüstungsteil. Die Broschüre listet zwölf der Datentypen der Spezifikation und ordnet jeden entweder dem Snapshot oder der Zeitreihe zu, darunter Headerdaten, letzter bekannter Standort, Betriebsstunden, kumulierter Kraftstoffverbrauch, Leerlaufstunden, Tankverhältnis, Motorzustand, Ladezähler, Nutzlastsummen und Fehlercodes. Die abgerufenen Daten dürfen unbefristet auf dem eigenen System gespeichert werden.
Drei Zahlen aus dieser Broschüre bestimmen jede Anwendung, die darauf aufsetzt. Zwei Wochen Zeitreihe je Abruf heißt: Wer eine Historie über Monate will, muss regelmäßig abrufen und selbst archivieren; die Spezifikation und der Hersteller sehen das ausdrücklich vor. Zehntausend Aufrufe am Tag reichen für eine mittlere Flotte im Minutentakt, sind aber ein Budget, das eine Anwendung mit vielen Maschinen und vielen Datentypen verplant. Und das Abonnement ist die Voraussetzung, ohne die die Schnittstelle leer bleibt: Eine Maschine ohne aktives Telematikabonnement erscheint nicht, gleich welcher Norm die API entspricht. Dass andere Hersteller die Schnittstelle ebenfalls bedienen, ist Stand der Branche; Flottenplattformen deutscher Anbieter führen unter den unterstützten Herstellern unter anderem Liebherr, Bomag, Hamm, Hitachi und Volvo. Diese Liste stammt von den Plattformen, nicht von den Herstellern selbst, und Bedingungen wie Abonnement, Abrufgrenzen und Zeitfenster sind je Hersteller einzeln zu prüfen; die Caterpillar-Zahlen gelten für Caterpillar.
Was das für eine Baustelle mit Robotern bedeutet
Kommt auf eine solche Baustelle ein Roboter, ein autonomes Fahrzeug oder ein Nachrüstsatz für einen Bagger, dann existieren dort zwei Datenwelten nebeneinander. Die Bestandsflotte meldet Zählerstände an die Server ihrer Hersteller, und von dort holt sie sich der Betreiber über ISO 15143-3 mit der Verzögerung, die der jeweilige Hersteller vorsieht. Der Roboter oder das Autonomiesystem hat eine eigene Schnittstelle, die in Echtzeit arbeitet und in beide Richtungen: Aufträge hinein, Zustand heraus. Für fahrerlose Transportfahrzeuge in Hallen ist das VDA 5050; für Außenmaschinen ist es die Schnittstelle des jeweiligen Systemanbieters. Beides in ein Bild zu bringen, ist eine Integrationsaufgabe, und sie beginnt mit der nüchternen Feststellung, dass die Bestandsseite nur liest und nur mit Latenz.
Das entscheidet, wofür die Schnittstelle taugt. Für die Auslastungsrechnung, für den Abgleich von Betriebsstunden und Wartungsintervallen, für die Frage, welche Maschine gestern wie viel Kraftstoff im Leerlauf verbrannt hat, ist sie gemacht, und die kumulierten Nutzlast- und Ladezählerwerte lassen sich bei kurzen Abrufintervallen zu Fahrten und Leerfahrten differenzieren, mit der Genauigkeit, die der Hersteller seiner Waage gibt. Für die Koordination auf der Fläche, für die Frage, wo der Dumper jetzt ist, während der autonome Bagger lädt, ist sie nicht gemacht: Der letzte bekannte Standort ist ein einzelner Datenpunkt vom Herstellerserver, und die Spezifikation regelt nicht, wie alt er ist. Wer Bestandsmaschinen und autonome Systeme auf einer Fläche koordinieren will, braucht dafür Sensorik auf der Fläche oder an den Maschinen selbst; die Telematikschnittstelle ist der falsche Ort dafür, und ein Anbieter, der sie dafür anbietet, hat den Geltungsbereich nicht gelesen.
werob ist herstellerunabhängiger Systemintegrator und keiner der hier genannten Hersteller ist ein bestätigter Partner; Caterpillar und die von Flottenplattformen genannten Marken stehen hier als öffentlich dokumentierte Marktbeispiele. Was werob in einer Spezifikation für eine solche Baustelle klärt, ist die Frage, welche Daten aus der Bestandsflotte tatsächlich verfügbar sind, über welchen Weg, mit welcher Latenz und unter wessen Abonnement, bevor ein Robotersystem daneben geplant wird. Das ist Schnittstellenarbeit, keine Produkteigenschaft.
Die Fragen vor der Anbindung
Aus Spezifikation und Broschüre ergibt sich eine kurze Liste, die vor der Anbindung an einen Bauleiter, einen Flottenverantwortlichen oder den Händler geht. Erstens: Welche Maschinen der Flotte haben überhaupt ein aktives Telematikabonnement, und bei welchem Anbieter? Ohne Abonnement gibt es keine Daten, und bei gemieteten Maschinen hält es oft der Vermieter. Zweitens: Wer ist Vertragspartner der API, und in wessen Auftrag ruft ein Dienstleister ab? Die Spezifikation ist für den Eigentümer geschrieben. Drittens: Welche der zwanzig Datenelemente liefert der jeweilige Hersteller tatsächlich, und welche als Snapshot, welche als Zeitreihe? Die Spezifikation erlaubt Teilmengen, und Caterpillars Broschüre listet zwölf. Viertens: Wie groß ist das Abruffenster und wie hoch die Abrufgrenze, und wer archiviert? Zwei Wochen und zehntausend Aufrufe sind Caterpillars Zahlen; andere Hersteller nennen eigene. Fünftens: Welche Verzögerung liegt zwischen Maschine und Server? Das steht in keiner Spezifikation und in keiner Broschüre und ist nur im Betrieb zu messen. Sechstens: Was passiert mit den abgerufenen Daten beim Wechsel des Dienstleisters oder des Händlers? Die Broschüre sagt, dass sie unbefristet auf dem eigenen System gespeichert werden dürfen; das setzt voraus, dass es ein eigenes System gibt.
Grenzen: was hier belegt ist und was nicht
Die Aussagen zur Spezifikation stammen aus dem öffentlich einsehbaren Vorschautext von ISO/TS 15143-3:2020 (Vorwort, Einleitung, Abschnitt 1 und das Inhaltsverzeichnis mit den Datenelementen des Abschnitts 11), gelesen im September 2026; die Schemata und Endpunktdefinitionen des Hauptteils liegen hinter der Bezahlschranke und sind hier nicht wiedergegeben. Die Zahlen zu Abonnement, Gebühr, Aufrufgrenze und Zeitfenster stammen aus der Caterpillar-Broschüre API gemäß ISO 15143-3 (AEMP 2.0), Dokumentnummer PGDJ0444-01, 2020, und gelten für Caterpillar; ob sie 2026 unverändert sind, sagt die Broschüre nicht, und ein Vertrag sollte die aktuellen Bedingungen festhalten statt auf sie zu verweisen. Die Liste weiterer Hersteller, die die Schnittstelle bedienen, stammt von den Websites deutscher Flottenplattformen, nicht von den Herstellern, und wurde nicht je Hersteller geprüft. Zu Latenz und Sendeintervall macht keine der gelesenen Quellen eine Angabe; dieser Artikel behauptet dazu nichts außer, dass es zu messen ist. Keine Zahl auf dieser Seite ist eine eigene von werob, und werob hat keine der genannten Schnittstellen für einen Kunden angebunden, über den hier berichtet würde.
FAQ
- Was ist der Unterschied zwischen AEMP 2.0 und ISO 15143-3?
- Dasselbe Datenformat unter zwei Namen. AEMP 2.0 war die zweite Fassung einer Verbandsspezifikation der Association of Equipment Management Professionals von 2016; sie wurde zur Vorlage der ISO-Fassung, deren zweite Ausgabe ISO/TS 15143-3:2020 heute gilt. Hersteller und Flottenplattformen verwenden beide Namen für dieselbe Schnittstelle.
- Kann ich über ISO 15143-3 eine Maschine steuern oder ihr einen Auftrag schicken?
- Nein. Die Spezifikation beschreibt HTTPS-GET-Anfragen der Kundenanwendung an den Server des Telematikanbieters und dessen Antworten. Sie ist ein Leseweg für Zustandsdaten. Die Datenerfassung an Bord, der CAN-Bus und der Funkweg zur Maschine sind ausdrücklich nicht Gegenstand, und ein Befehlsweg ist nicht vorgesehen.
- Welche Daten liefert die Schnittstelle?
- Zwanzig Datenelemente, darunter Kopfdaten der Maschine, letzter bekannter Standort, Betriebsstunden, kumulierter Kraftstoffverbrauch, Fahrstrecke, Warncodes, Leerlaufstunden, Tank- und Harnstoffstand, Motorzustand, Ladezähler und kumulierte Nutzlast, plus ein Feld für herstellerspezifische Codes. Fast alle Werte sind Zählerstände, keine Ereignisse; welche Teilmenge ein Hersteller liefert, entscheidet der Hersteller.
- Was kostet der Zugriff, und wie oft darf man abrufen?
- Das regelt der Hersteller, nicht die Spezifikation. Caterpillars Broschüre nennt ein kostenpflichtiges Telematikabonnement über Product Link als Voraussetzung, eine einmalige Gebühr für den API-Abruf, bis zu 10.000 Aufrufe pro Tag und Zeitreihen von bis zu zwei Wochen je Maschine; die Daten dürfen unbefristet auf dem eigenen System gespeichert werden. Andere Hersteller nennen eigene Bedingungen.
- Reicht die Schnittstelle, um Leerfahrten in einer Kiesgrube zu erkennen?
- Für eine Auswertung im Nachhinein ja, mit Einschränkungen: Ladezähler und kumulierte Nutzlast sind Zählerstände, die in kurzen Abständen abgerufen und selbst differenziert werden müssen, mit der Genauigkeit der Maschinenwaage und der Latenz des Herstellerservers. Für die Koordination auf der Fläche in Echtzeit ist sie nicht gemacht; dafür braucht es Sensorik an der Maschine oder auf dem Gelände.
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