- Kommt mein Paket bald per Drohne nach Hause?
- Nicht als Regelfall und nicht zuerst. Der Grund ist nicht die Technik, sondern das Risiko am Boden: Für Flüge außerhalb der Sichtweite über besiedeltem Gebiet gibt es kein vereinfachtes Standardszenario, sondern die volle SORA-Einzelbewertung, seit dem 29. September 2025 nach SORA 2.5 (EASA ED Decision 2025/018/R). Was heute trägt, sind feste Strecken zwischen festen Punkten. Die Zustellung an die Haustür ist am Boden ein eigenes Thema, und dort ist die Lage ähnlich nüchtern, siehe unsere Seite zur letzten Meile.
- Was fliegt in Deutschland denn wirklich schon?
- Der belastbarste deutsche Fall ist medizinisch: Das Zollernalb Klinikum fliegt mit DiAvEn zwischen Albstadt und Balingen, rund 20 Kilometer, mit LBA-Genehmigung seit August 2024, in SAIL III, mit Gefahrgut nach UN 3373, im Regelbetrieb seit Anfang 2025 und mit rund sieben Flügen an sieben Tagen die Woche. Das ist die Größenordnung, in der dieser Markt heute wirklich steht: eine Strecke, ein Zweck, ein Betreiber. Wer Ihnen ein Liefernetz verspricht, überspringt genau diesen Schritt.
- Welche Drohne empfehlen Sie?
- Erst die Strecke, dann das Gerät, und bei Zulassungsaussagen sind wir vorsichtig. Wingcopter ist nicht EASA-typenzertifiziert; die FAA hat 2022 lediglich Special Class Airworthiness Criteria erteilt, was kein Typenzertifikat ist. Matternet M2 ist die bislang einzige von der FAA typenzertifizierte Lieferplattform. Diese Unterschiede werden im Markt regelmäßig eingeebnet, und sie entscheiden darüber, wie aufwendig Ihr Nachweisweg wird.
- Was kostet eine Drohnenlieferung?
- Das hängt an der Strecke, nicht an der Drohne, und wir schreiben keinen Preis pro Lieferung auf eine Website. Rechnen lässt sich das erst, wenn Start, Ziel, Ladung, Frequenz und Zeitfenster feststehen, weil der Genehmigungsaufwand ein echter Kostenblock ist und mit dem SAIL steigt. Was wir Ihnen vorher sagen können, ist, ob Ihre Strecke überhaupt ein Drohnenfall ist.
- Brauchen wir einen Landeplatz?
- In aller Regel ja, und zwar an beiden Enden. Ein Flug endet auf einer Fläche, nicht bei einer Person. Wir planen den Landeplatz mit, von der Fläche über die Sicherung und die Stromversorgung bis zur Übergabe, und schließen ihn an den Weg im Gebäude an. Für Privat und Gewerbe gibt es dafür die wedrone Pads.
- Wo hört die Drohne auf und wo fängt der Boden an?
- An der Landefläche. Alles, was danach kommt, also der Weg ins Haus, die Etage, die Übergabe und der Nachweis, ist Bodenrobotik und läuft über werob. Luft und Boden ergeben erst zusammen eine Kette, und in fast jedem realen Projekt ist der Bodenanteil der größere.