- Ersetzt die Drohne den Markscheider?
- Nein, und das ist in Deutschland eine rechtliche Frage, keine technische. Die bergrechtlich verbindliche Vermessung ist dem Markscheider vorbehalten, daran ändert keine Punktwolke etwas. Was die Befliegung ändert, ist die Frequenz: Ein photogrammetrisches Volumen ist monatlich oder wöchentlich verfügbar, eine förmliche Vermessung nicht. Die beiden konkurrieren nicht, sie liegen auf unterschiedlichen Zeitskalen. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, verkauft Ihnen ein Problem mit der Bergbehörde.
- Wie genau ist ein Haldenvolumen aus der Luft?
- Mit Passpunkten und sauberer photogrammetrischer Auswertung liegt die Genauigkeit im Zentimeterbereich, was für Bestandsabgleich, Fortschritt und Massenermittlung ausreicht. Entscheidend ist weniger die absolute Genauigkeit als die Wiederholbarkeit: Wenn Sie jeden Monat identisch fliegen, ist die Differenz zwischen zwei Flügen belastbarer als jeder Einzelwert. Zwei unterschiedlich geflogene Kampagnen dagegen kann man nicht sinnvoll voneinander abziehen.
- LiDAR oder Photogrammetrie?
- Für Halden und offene Grubenflächen reicht Photogrammetrie meistens und ist deutlich günstiger. LiDAR lohnt sich, wenn Vegetation im Weg ist und Sie den Boden darunter brauchen, bei ungünstigem Licht oder wenn steile Böschungen aus flachem Winkel erfasst werden müssen. Wir entscheiden das an Ihrer Fläche, nicht am Prospekt.
- Was ist mit Staub, Sprengungen und dem Verkehr im Tagebau?
- Das sind die realen Einschränkungen, und sie stehen vor der Technik. Während der Sprengsperrzeit wird nicht geflogen, bei starkem Staub liefert Photogrammetrie schlechte Ergebnisse, und die Verkehrswege der Großgeräte bestimmen, wo Start und Landung liegen dürfen. Ein Flugprofil, das diese Punkte nicht berücksichtigt, funktioniert im Prospekt und nicht im Betrieb.
- Wie groß ist die Branche in Deutschland eigentlich?
- Nach Angaben des Bundesverbands Baustoffe, Steine und Erden gewinnen rund 4.000 Unternehmen mit 136.000 Beschäftigten jährlich etwa 570 Millionen Tonnen Rohstoffe. Das ist eine Verbandsangabe, und wir kennzeichnen sie als solche. Der Punkt dahinter ist aber unstrittig: Das ist eine sehr große Zahl an Gewinnungsstellen, die alle regelmäßig vermessen und kontrolliert werden müssen.
- Und unter Tage?
- Da fliegt in aller Regel nichts Sinnvolles. Transport, Bohren, Inspektion von Wetter- und Bandstrecken und die Befahrung nicht mehr betretbarer Grubenbaue laufen über die Bodenrobotik von werob, in schlagwettergefährdeten Bereichen zusätzlich mit ATEX-Gerätegruppe I. Über Tage die Luft, unter Tage der Boden, und in gefluteten Grubenbauen die Unterwasserrobotik. Alle drei werden gemeinsam spezifiziert.