- Warum ist Offshore schwieriger als eine Befliegung an Land?
- Weil fast jede Annahme wegfällt, auf der eine Landbefliegung beruht. Gestartet wird oft von einem fahrenden Schiff, es gibt keinen Landeplatz in Reichweite, Salzgischt greift die Zelle an, Wind und Seegang setzen enge Fenster, und wenn die Funkverbindung abreißt, gibt es über Wasser keine Ausweichfläche. Ein Fluggerät, das ins Wasser geht, ist in der Regel verloren. Das alles gehört in die Risikobewertung, bevor es in ein Angebot gehört.
- Ersetzt die Drohne das Abseilteam am Rotorblatt?
- Für die Erfassung sehr weitgehend, für die Reparatur gar nicht. Eine Befliegung liefert hochaufgelöste Bilder der gesamten Blattoberfläche in einem Bruchteil der Zeit und ohne dass jemand am Seil hängt. Sobald aber laminiert, geklebt oder beschichtet werden muss, braucht es wieder Menschen am Blatt. Der sinnvolle Ablauf ist deshalb: fliegen, bewerten lassen, und das Abseilteam gezielt dorthin schicken, wo wirklich etwas zu tun ist.
- Wer bewertet die Befunde?
- Nicht wir und nicht der Pilot. Die Befliegung liefert die Erfassung; die technische Bewertung eines Rotorblatt- oder Strukturbefunds bleibt beim qualifizierten Gutachter und beim Betreiber. Ein Wärmebildbefund ist ein Hinweis auf eine Auffälligkeit, keine Diagnose, und wird vor einer Instandsetzung verifiziert.
- Wie groß ist der Bestand überhaupt?
- Zum 30. Juni 2026 waren in Deutschland 1.764 Offshore-Windenergieanlagen mit rund 10,8 Gigawatt in Betrieb, dazu 65 bereits gesetzte Fundamente ohne Anlage (Deutsche WindGuard, erstes Halbjahr 2026). Jede dieser Anlagen hat Blätter, einen Turm, ein Übergangsstück und Plattformen über Wasser sowie eine Gründung darunter. Die Luftseite davon ist wedrone, die Unterwasserseite werob.
- Fliegt wedrone selbst?
- Nein. wedrone hält keine eigenen Luftfahrtzertifikate und führt keine Flüge durch. Geflogen wird von genehmigten Betreibern aus dem Partnernetzwerk. wedrone strukturiert Mission, Genehmigungsweg, Betreiberauswahl und Dokumentation und bleibt dabei herstellerunabhängig.
- Und unter der Wasserlinie?
- Da fliegt nichts mehr. Gründung, Kolkschutz, Kabeltrasse und Bewuchs laufen über die Unterwasser-Robotik von werob, also ROV und AUV statt Fluggerät. Offshore-Anlagen brauchen fast immer beides, und der sinnvolle Weg ist, Luft und Wasser gemeinsam zu spezifizieren statt zweimal getrennt einzukaufen.