- Was fliegt wedrone im Gesundheitswesen?
- Zeitkritische, leichte Ladung zwischen festen Punkten: Laborproben, Blutprodukte, Medikamente und Begleitproben zwischen Klinik, externem Labor, Apotheke und Standorten eines Verbundes. Nicht Patienten, nicht Notfallmedizin aus der Luft und in aller Regel nicht das Organ selbst.
- Fliegt wedrone selbst?
- Nein. wedrone besitzt keine eigenen Luftfahrtzertifikate und betreibt keine eigenen Flüge. Geflogen wird von zertifizierten Betreibern aus dem Partnernetzwerk. wedrone strukturiert die Strecke, den Genehmigungsweg, den Landeplatz und die Dokumentation und bleibt dabei herstellerunabhängig.
- Was braucht ein solcher Flug regulatorisch?
- Ein Streckenflug außerhalb der Sichtweite fällt in die spezielle Kategorie der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947, ergänzt um die delegierte Verordnung (EU) 2019/945 für das Gerät. Der Nachweis läuft je nach Fall über eine Risikobewertung nach SORA, seit Ende September 2025 in der Fassung 2.5 als verbindliches Nachweismittel, über ein Standardszenario oder über ein Light UAS Operator Certificate. Für BVLOS über besiedeltem Gebiet gibt es bis heute kein vorgefertigtes Risikoszenario, weshalb Klinikstrecken in Ballungsräumen regelmäßig die volle Einzelbewertung durchlaufen. Zuständig für die Betriebsgenehmigung ist in Deutschland das Luftfahrt-Bundesamt. Hinzu kommt der U-space-Rahmen der Verordnung (EU) 2021/664 und ihrer Begleitverordnungen, dessen Umsetzung national noch läuft. Wie lange ein Verfahren dauert, hängt am Einzelfall; wir nennen dafür bewusst keine Pauschalzeit.
- Wie kommt die Probe unbeschädigt an?
- Über Verpackung, Temperaturführung und ein erschütterungsarmes Flugprofil. Diagnostische Proben werden als Biologischer Stoff Kategorie B nach UN 3373 verpackt, mit der zugehörigen Verpackungsanweisung. Für Blutproben ist die mechanische Belastung der kritische Punkt, weil Hämolyse ein Ergebnis unbrauchbar macht. Deshalb gehört zu jeder neuen Strecke eine Validierung mit dem Labor, bevor sie in den Regelbetrieb geht.
- Fliegt das in Deutschland schon wirklich?
- Ja, und es ist längst kein Pilotprojekt mehr. Das Zollernalb Klinikum lässt seit 2025 zwischen Albstadt und Balingen fliegen, rund sieben Flüge am Tag an sieben Tagen der Woche, mit einer Betriebsgenehmigung des Luftfahrt-Bundesamtes in SAIL III und für Gefahrgut nach UN 3373. Asklepios betreibt mit dem Laborverbund MEDILYS seit März 2025 eine Linienstrecke über rund 60 Kilometer in Schleswig-Holstein, German Copters fliegt seit Mai 2025 in Sachsen. Ebenso ehrlich gehört dazu: Das bekannte Hamburger Projekt Medifly war ein Reallabor und lief 2022 aus, die Schweizerische Post stellte ihre Laborflüge Ende 2022 ein, und mehrere weitere Vorhaben sind beendet. Was die laufenden Strecken verbindet, ist bemerkenswert: Kein Klinikbetreiber fliegt selbst. Jeder arbeitet mit einem genehmigten Drohnenbetreiber zusammen. Genau diese Rolle organisiert wedrone.
- Und die Wege im Gebäude?
- Die fliegen nicht. Sobald die Ladung auf dem Landeplatz übergeben ist, übernimmt die Bodenrobotik von werob: Kurierwege auf Station, Versorgungsfahrten zwischen Küche, ZSVA und Labor, Reinigung. Die Luft löst die Strecke zwischen den Häusern, der Boden die Wege im Haus. Beides wird gemeinsam spezifiziert.