
Serviceroboter im Krankenhaus: Was Bodenroboter heute leisten
Transport, Laborlogistik und Reinigung: Was Bodenroboter in Klinik und Labor heute nachweislich übernehmen, welche Normen gelten und warum die Aufzugsanbindung ein Projektposten und kein Produktfeature ist.
Bodengebundene Serviceroboter sind in deutschen Krankenhäusern längst keine Forschungskuriosität mehr, aber auch nicht die schlüsselfertigen Produkte, die Anbieterprospekte nahelegen. Dieser Beitrag zeigt, was Transport-, Labor- und Reinigungsroboter heute nachweislich übernehmen, welche Hardware tatsächlich spezifiziert und verfügbar ist, welche Normen und Verordnungen gelten und warum die Aufzugs- und Türanbindung in jedem Klinikprojekt ein Integrationsposten bleibt.
Key Takeaways
- 1Bodenroboter übernehmen wiederkehrende Transporte von Essen, Wäsche, Abfall, Sterilgut und verschlossenen Proben. Pflegerische Tätigkeiten übernehmen sie nicht.
- 2Die Hardware ist spezifiziert und vergleichbar: MLR Caesar Hospital II und DS Automotion CAREY tragen 500 kg, Robotise JEEVES 45 kg in fünf verschließbaren Schubladen mit bis zu 70 l Kühlvolumen bei 7 °C.
- 3Kein Hersteller nennt öffentlich ein konkretes Aufzugsprotokoll oder einen Aufzugshersteller-Partner, eine Brandschutztür-Ansteuerung dokumentiert niemand. Aufzugs- und Türanbindung ist in jedem Projekt ein Integrationsposten.
- 4ISO 3691-4 ist die harmonisierte Norm für fahrerlose Flurförderzeuge, seit Mai 2024 im EU-Amtsblatt gelistet. ISO 13482 betrifft persönliche Assistenzroboter und gilt für Transportroboter im Flur nicht.
- 5Ein Roboter, der Essen, Wäsche, Abfall oder verschlossene Proben fährt, ist eine Maschine nach Verordnung (EU) 2023/1230. Die MDR greift erst bei medizinischer Zweckbestimmung des Herstellers.
- 6Transport-, Reinigungs- und Desinfektionsrobotik ist nicht KHZG-förderfähig, § 19 KHSFV kennt dafür keinen Fördertatbestand.
Was in deutschen Krankenhäusern tatsächlich im Einsatz ist
Der Ausgangspunkt jedes Robotikprojekts ist die Größe und Struktur des Betriebs. Das Statistische Bundesamt zählt für das Berichtsjahr 2024 1.841 Krankenhäuser mit 472.900 aufgestellten Betten im Jahresdurchschnitt und rund 17,5 Mio. stationären Behandlungsfällen, bei einer Bettenauslastung von 72,0 % und einer Verweildauer von 7,1 Tagen. Jeder dieser Fälle erzeugt Transport: Essen, Wäsche, Abfall, Sterilgut, Proben, Arzneimittel. An diesem Volumen, nicht am Roboter, muss ein Projekt dimensioniert werden.
Eine belastbare öffentliche Statistik darüber, wie viele deutsche Kliniken Serviceroboter im Regelbetrieb einsetzen, existiert nicht. Verbreitungsquoten aus Anbietermaterial lassen sich nicht auf eine Primärquelle zurückführen, deshalb zitieren wir sie nicht. Belegbar ist dagegen, woher die Transportlast kommt: Nur 331 von 1.893 Krankenhäusern verfügten über eine eigene Fachabteilung Laboratoriumsmedizin (Destatis, Grunddaten Krankenhäuser 2022), lediglich 91 über eine Fachabteilung Transfusionsmedizin. Die große Mehrheit der Häuser bewegt Proben und Blutprodukte also über das Gelände oder zu einem externen Labor. Genau dort werden automatisierte Transportketten interessant. Unser Healthcare-Bereich setzt an diesem Logistikbild an, nicht am Hardwarekatalog.
- Routine statt Pflege: Bodenroboter übernehmen wiederkehrende Transporte. Sie übernehmen keine pflegerischen Tätigkeiten, und kein seriöses Projekt sollte so verkauft werden.
- Die Strecke entscheidet: lange Flure, mehrere Ebenen, eine ZSVA am anderen Ende des Geländes. Kurze Wege innerhalb einer Station rechnen sich selten.
- Förderung: Transport-, Reinigungs- und Desinfektionsrobotik ist nicht KHZG-förderfähig. § 19 KHSFV kennt dafür keinen Fördertatbestand. Eine Budgetplanung, die darauf aufbaut, hält der ersten Prüfung nicht stand.
Materialtransport: Essen, Wäsche, Abfall und Sterilgut
Der volumenstärkste Anwendungsfall ist zugleich der unspektakulärste. Schwere Rollcontainer, Speisenwagen, Wäschewagen und Abfallbehälter fahren auf festen Routen zu festen Zeiten, und genau dieses Profil bedient ein Fahrerloses Transportfahrzeug zuverlässig. Die Hardware dafür ist ausgereift und spezifiziert. Es lohnt sich, die Datenblätter zu lesen statt der Prospekte.
- MLR Caesar Hospital II (Ludwigsburg): 500 kg Traglast, 1,5 m/s, LiFePO4-Akku, Magnet- oder Gebäudenavigation, Edelstahlausführung. MLR nennt Klinikreferenzen, unter anderem Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Universitätsklinikum Jena und Universitätsklinikum Magdeburg.
- DS Automotion CAREY (Linz): verfügbar als spin und trike, je 500 kg, 1,6 m/s, SLAM- oder Magnetnavigation, LiFePO4.
- OTSAW TransCar: 500 kg. Die TransCar-Linie ging Ende 2021 aus Swisslog Healthcare in das Joint Venture OTSAW Swisslog Healthcare Robotics über (OTSAW 60 %, Swisslog 40 %). Das ist für Service- und Ersatzteilfragen relevant.
- Aethon T3 / T3XL: 340 kg beziehungsweise 454 kg, 76 cm/s, 9,0 Stunden Laufzeit mit LiFePO4 bei 3,2 Stunden Ladezeit, erklärt gegen CE, EN ISO 12100, EN 60204-1 und EN 60601-1-2. Eine dokumentierte DACH-Installation gibt es nicht, ein deutsches Projekt wäre also das erste.
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens sind die Traglastklassen real und vergleichbar, ein Lastenheft lässt sich also vor dem ersten Anbietergespräch schreiben. Zweitens ist das Navigationsprinzip eine echte Entscheidung und kein Detail: Magnetführung ist robust und im Fehlerfall einfach zu beherrschen, legt die Route aber in den Boden fest. SLAM-Navigation ist flexibel, wird aber in gleich aussehenden oder täglich umgeräumten Fluren anfällig. Beides finden Sie im Roboterkatalog. Die Wahl sollte dem Gebäude folgen, nicht dem Anbieter.
Labor und Apotheke: kleine Lasten, hohe Sensibilität
Proben- und Arzneimitteltransport ist eine andere Aufgabenklasse als der Schwerlastverkehr. Die Lasten sind leicht, die Fahrten häufig und unregelmäßig, und Zugriffskontrolle wiegt schwerer als Traglast. Das Referenzprodukt im DACH-Markt ist Robotise JEEVES (München): 45 kg Traglast, fünf einzeln adressierbare Schubladen, 100 l Volumen, davon bis zu 70 l auf 7 °C gekühlt, bis zu acht Stunden Akkulaufzeit und PIN-gesicherte Fächer. Dokumentierte Einsätze gibt es an der LMU München, wo der Roboter im BMBF-Projekt REsPonSe lief, wobei ein Übergang in den Regelbetrieb öffentlich nicht belegt ist, sowie am Prosper-Hospital Recklinghausen, wo ab dem 22. Juni 2024 Blutproben von der Zentralen Notaufnahme ins Zentrallabor gefahren wurden.
Für den leichteren Stationsdienst bietet DS Automotion SALLY eine Basisplattform mit 100 kg und einen Kurieraufsatz Stationsdienst mit 50 kg bei 1,0 m/s. Die im Lastenheft entscheidende Unterscheidung ist die zwischen verschlossenem, zugriffsgesichertem Fach und offenem Ablagebrett. Nur Ersteres ist für Arzneimittel oder patientenbezogene Proben vertretbar.
- Zugriffskontrolle: einzeln adressierbare, verschließbare Fächer mit PIN- oder Ausweisfreigabe und ein Protokoll darüber, wer wann welche Schublade geöffnet hat.
- Kühlkette: Führt die Strecke temperaturempfindliches Material, gehören gekühltes Volumen und erreichbare Temperatur in die Ausschreibung, zusammen mit der Frage, was bei einer Verzögerung des Roboters passiert.
- Reinigung und Desinfektion des Roboters selbst: Kein Hersteller belegt eine Freigabeliste für Flächendesinfektionsmittel für sein eigenes Gehäuse. Fordern Sie diese schriftlich an und binden Sie die Krankenhaushygiene vor dem Pilotbetrieb ein, nicht danach.
- Probenintegrität: Mechanische Belastung der Ladung ist ein Validierungsthema mit dem Labor, keine Marketingaussage. Jede neue Strecke sollte gegen den bisherigen manuellen Transport validiert werden.
Liegt das Labor außerhalb, endet der Bodentransport an der Rampe und andere Verkehrsträger übernehmen. Diese Schnittstelle zwischen hausinterner Robotik und externer Medizinlogistik ist eine eigene Planungsfrage. Die betriebliche Logik der Personalentlastung steht im Beitrag zu Transportrobotern und Pflegekräften.
Reinigung und Desinfektion: was die Evidenz hergibt
Reinigungsroboter und UV-C-Desinfektionsroboter werden häufig gemeinsam mit Transportrobotik angeboten, und hier ist die größte Disziplin bei den Aussagen nötig. Der BHUK-Praxisleitfaden zu Scheuersaugmaschinen in hygienisch kritischen Bereichen vom 27.03.2024 verortet Reinigungsroboter vorrangig in Bereichen ohne Infektionsrisiko beziehungsweise mit möglichem Infektionsrisiko, rät von Eintankmaschinen in Kliniken ausdrücklich ab und verlangt eine Datenschutzbetrachtung für das Kamera- und Mappingmaterial, das solche Maschinen erzeugen. Das Fraunhofer IPA stellte am 17.11.2022 wörtlich fest: "Derzeit sind keine geeigneten Reinigungsroboter am Markt verfügbar, die eine automatisierte Reinigung und Desinfektion von Oberflächen technologisch und wirtschaftlich umsetzen können."
UV-C unterliegt einer Physik, die kein Produkt wegargumentieren kann. Die Dosis ist Bestrahlungsstärke mal Zeit und nimmt mit dem Abstand stark ab, sie wirkt nur auf direkt bestrahlten Flächen, Verschattung ist die zentrale Grenze, der Raum muss menschenleer sein, und UV-C reinigt nicht, weil es keinen Schmutz entfernt. Die klinische Evidenz ist dünner als das Marketing. BETR-D, die einzige große randomisierte Studie (Anderson et al., Lancet 2017;389:805-814), berichtet für den UV-Arm ein relatives Risiko von 0,70 (95 % KI 0,50 bis 0,98), ist aber intern inkonsistent: Der Arm "Bleiche plus UV" zeigte mit 0,91 den schwächsten und nicht signifikanten Effekt. Sun et al. 2023 fanden für C. difficile ein IRR von 0,90 und für VRE von 0,72, beides nicht signifikant, und schlossen, dass sich keine Vorteile für den Einsatz von UV-C im Gesundheitswesen zeigten. Health Quality Ontario sprach sich 2019 gegen eine öffentliche Finanzierung aus. Ein Cochrane-Review zu UV-C-Raumdesinfektion und Infektionsraten existiert nicht.
- Ergänzung, nie Ersatz: UV-C ist eine dokumentierbare Ergänzung nach der manuellen Wischdesinfektion gemäß KRINKO, kein Ersatz dafür.
- Marktrealität: Geräte von UVD Robots gelangten über das EU-Soforthilfeprogramm 2021/22 in rund 40 deutsche Kliniken. Kontrollierte Studien mit Infektionsraten als Endpunkt sind für diese Plattform nicht publiziert.
- Ein ehrlicher Einsatz: Hero21 (ICA Traffic, Dortmund) ist seit Oktober 2020 am St. Josef-Hospital Bochum im Einsatz, ausdrücklich beschrieben als Kombination aus Scheuer-Wisch-Desinfektion und Roboter.
- Regulatorischer Rahmen: Für die Flächendesinfektion gelten die KRINKO- und RKI-Empfehlungen. Sie geben den Prozess vor, in den sich der Roboter einfügen muss.
Details zu Dosis, Verschattung und einem belastbaren Ausschreibungstext stehen im Beitrag zu UV-C-Robotern in der Klinik.
Aufzug und Tür: der Integrationsposten, den niemand verkauft
An diesem Punkt bleiben Klinikrobotik-Projekte am häufigsten stecken, und in der Produktkommunikation wird er systematisch untertrieben. Ein Roboter, der die Ebene nicht wechseln kann, ist ein Stationsroboter. Dennoch nennt kein einziger Hersteller öffentlich ein konkretes Aufzugsprotokoll oder einen Aufzugshersteller-Partner. Weder KONE noch Schindler PORT, Otis oder thyssenkrupp sind irgendwo als Produktschnittstelle dokumentiert. Die beiden Teilausnahmen: Relay Robotics nennt Aufzugsmarken, und der Pudu CC1 Pro führt "Elevator Control" als Option. Eine Ansteuerung von Brandschutztüren dokumentiert niemand.
Die praktische Folge: Aufzugs- und Türanbindung ist in jedem Klinikprojekt ein Integrationsposten, kein Produktfeature von der Stange. Sie wird eigens beauftragt, geplant, getestet und abgenommen, in der Regel gemeinsam mit dem Aufzugsdienstleister, der Gebäudeautomation und dem Brandschutz. Sie als im Roboterpreis enthalten zu behandeln, ist die häufigste Ursache für Budgetüberschreitungen. Genau dafür gibt es einen herstellerunabhängigen Integrator, und genau deshalb gehört dieser Posten von Anfang an in die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Unser ROI-Rechner führt ihn als eigene Kostenposition und nicht als Teil der Hardware.
- Aufzugsschnittstelle: Klären Sie früh, ob die Steuerung über potentialfreie Kontakte, eine SPS oder eine Herstellerschnittstelle angesprochen wird, wer den Wartungsvertrag für den Aufzug hält und ob dieser Vertrag eine Fremdanbindung überhaupt zulässt.
- Priorität und Mischnutzung: Ob der Roboter einen eigenen Aufzug, einen Prioritätsruf oder die Mitfahrt im Bettenaufzug erhält, ist ebenso eine Hygiene- und Ablauffrage wie eine technische.
- Türen: Automatische Türantriebe lassen sich meist ansteuern. Brandschutztüren müssen im Fehlerfall sicher schließen und unterliegen der brandschutzrechtlichen Abnahme, sind also selten eine einfache Integration.
- Netzabdeckung: Aufzugsschächte und Treppenhäuser sind die klassischen Funklöcher. Messen Sie vor dem Pilotbetrieb, nicht danach.
- Abnahme: Definieren Sie die Schnittstelle als eigene Leistung mit eigenen Testfällen, damit ein fehlgeschlagener Aufzugsruf zurechenbar bleibt und nicht zum Streit zwischen drei Lieferanten wird.
Normen und Regulatorik: ISO 3691-4, Maschine, MDR
Der regulatorische Rahmen für Bodenroboter in der Klinik ist klarer, als der Markt es darstellt, und wer ihn richtig setzt, nimmt viel Unruhe aus der Ausschreibung.
ISO 3691-4 ist die einschlägige Norm für fahrerlose Flurförderzeuge und Transportroboter. Die aktualisierte Fassung stammt von März 2024 und ist seit Mai 2024 im EU-Amtsblatt harmonisiert gelistet. In der Praxis veröffentlicht praktisch kein Hersteller eine Konformitätserklärung dazu. Genau deshalb gehört die Norm als benannte Anforderung in jedes Ausschreibungsdokument und nicht in die Kategorie stillschweigender Annahmen. ISO 13482 gilt hier nicht: Sie betrifft persönliche Assistenzroboter, nicht Transportroboter im Klinikflur. Sie als Sicherheitsgrundlage für ein Fahrerloses Transportfahrzeug anzuführen, ist ein Kategorienfehler, der in Anbietermaterial regelmäßig auftaucht.
Die zweite Abgrenzung ist die zwischen Maschinenrecht und Medizinprodukterecht. Nach der Verordnung (EU) 2023/1230, der Maschinenverordnung mit Geltung ab dem 20.01.2027, ist ein Roboter, der Essen, Wäsche, Abfall oder verschlossene Proben transportiert, eine Maschine. Die Verordnung (EU) 2017/745 (MDR) greift erst, wenn der Hersteller eine medizinische Zweckbestimmung vergibt, etwa das Dosieren oder Verabreichen eines Arzneimittels. Diese eine Frage, ob der Hersteller eine medizinische Zweckbestimmung erklärt hat, entscheidet über den gesamten Konformitätsweg, den Dokumentationsaufwand und die Pflichten des Betreibers.
- Fordern Sie Konformitätserklärung und angewandte Normen schriftlich an, mit ausdrücklicher Nennung von ISO 3691-4.
- Klären Sie, ob der Hersteller eine medizinische Zweckbestimmung beansprucht. Tut er es nicht, entstehen keine MDR-Pflichten, und niemand sollte etwas anderes suggerieren.
- Für Reinigung und Desinfektion definieren die KRINKO- und RKI-Empfehlungen den Prozess, den die Maschine unterstützen muss.
- Beachten Sie, dass der Betreiber eigene Pflichten aus Arbeitsschutz und Betriebssicherheit trägt, sobald die Maschine Flure mit Personal und Patienten teilt.
Beschaffung und Flottenbetrieb ohne Herstellerbindung
Kliniken brauchen selten nur eine Roboterklasse. Wer Schwerlasttransport, Stationsdienst und Bodenreinigung abdecken will, landet bei zwei bis drei Hardwarefamilien und meist bei mehr als einem Hersteller. Das ist beherrschbar, sofern die Schnittstellen vor dem Kauf spezifiziert werden und nicht danach.
VDA 5050 ist die offene Kommunikationsschnittstelle zwischen fahrerlosen Transportfahrzeugen und einer Leitsteuerung. Sie ist kein Allheilmittel, und die Implementierungen unterscheiden sich in der Tiefe, aber sie ist die realistische Grundlage dafür, heterogene Flotten aus einer Leitebene zu betreiben statt aus einem Dashboard je Hersteller. Unterstützt ein Hersteller sie nicht, gehört das als bewertetes Kriterium in die Vergabe und nicht als Überraschung in die Inbetriebnahme.
- Den Prozess spezifizieren, nicht das Produkt: Routen, Mengen, Zeitfenster, Ladungsträger, Ebenen und Zugriffsrechte. Die Hardwareauswahl folgt daraus und lässt sich anschließend sachlich vergleichen.
- Schnittstellen als Leistung: Aufzug, Türen, Netz, Flottensteuerung und jede Anbindung an die Klinik-IT gehören mit eigenen Abnahmekriterien in den Leistungsumfang.
- Servicenetz: Reaktionszeiten, Ersatzteilverfügbarkeit und Technikerabdeckung in der Region. Eine Plattform ohne dokumentierte DACH-Installation hat ein anderes Risikoprofil als eine mit benannten Klinikreferenzen.
- Ausstieg: Datenhoheit über Karten und Protokolle, und die Frage, ob sich die Flottensteuerung austauschen lässt, ohne die Fahrzeuge auszutauschen.
werob ist herstellerunabhängiger Systemintegrator für Servicerobotik und eine Marke der CITO GmbH, Hamburg. Wir bauen keine Roboter und vertreiben keine einzelne Herstellerlinie. Der Wert liegt darin, den betrieblichen Fall sauber zu spezifizieren, Hardware ehrlich dagegen zu vergleichen und die Integrationsarbeit zu verantworten, die in den Datenblättern fehlt.
FAQ
- Welche Aufgaben können Serviceroboter im Krankenhaus heute zuverlässig übernehmen?
- Bodenroboter sind zuverlässig bei wiederkehrenden Transporten: Essen, Wäsche, Abfall, Sterilgut und, bei kleineren zugriffsgesicherten Plattformen, Laborproben und Arzneimittel. Reinigungsroboter übernehmen die Routinereinigung in Bereichen ohne oder mit möglichem Infektionsrisiko. Pflegerische Tätigkeiten übernehmen sie nicht, und Desinfektionsroboter ergänzen die manuelle Wischdesinfektion, sie ersetzen sie nicht.
- Wie viele deutsche Kliniken setzen bereits Serviceroboter ein?
- Dazu gibt es keine belastbare öffentliche Statistik, und die kursierenden Verbreitungsquoten aus Anbietermaterial lassen sich nicht auf eine Primärquelle zurückführen. Belegt ist die Größe des Betriebs: Das Statistische Bundesamt zählt für 2024 1.841 Krankenhäuser mit 472.900 Betten und rund 17,5 Mio. stationären Behandlungsfällen. Einzelne Einsätze sind an benannten Häusern dokumentiert, etwa am Prosper-Hospital Recklinghausen und am St. Josef-Hospital Bochum.
- Können Serviceroboter Aufzüge und automatische Türen selbstständig nutzen?
- Nicht ab Werk. Kein Hersteller dokumentiert öffentlich ein konkretes Aufzugsprotokoll oder einen Aufzugshersteller-Partner, und eine Ansteuerung von Brandschutztüren dokumentiert niemand. Relay Robotics nennt Aufzugsmarken und der Pudu CC1 Pro führt Elevator Control als Option, aber in jedem Klinikprojekt ist die Aufzugs- und Türanbindung ein eigener Integrationsposten, der mit Aufzugsdienstleister und Gebäudeautomation geplant und abgenommen werden muss.
- Welche Normen und Verordnungen gelten für Transportroboter im Krankenhaus?
- ISO 3691-4 ist die einschlägige Norm für fahrerlose Flurförderzeuge und Transportroboter, aktualisiert im März 2024 und seit Mai 2024 im EU-Amtsblatt harmonisiert gelistet. ISO 13482 betrifft persönliche Assistenzroboter und gilt hier nicht. Ein Roboter, der Essen, Wäsche, Abfall oder verschlossene Proben transportiert, ist eine Maschine nach der Verordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 gilt. Die MDR, Verordnung (EU) 2017/745, greift erst bei einer medizinischen Zweckbestimmung des Herstellers.
- Ist Transportrobotik im Krankenhaus KHZG-förderfähig?
- Nein. § 19 KHSFV kennt für Transport-, Reinigungs- und Desinfektionsrobotik keinen Fördertatbestand, diese Systeme sind also nicht über das Krankenhauszukunftsgesetz förderfähig. Eine Budgetplanung, die davon ausgeht, sollte vor der Ausschreibung korrigiert werden. Die Wirtschaftlichkeit muss sich aus Betriebskosten und Entlastung tragen.
- Warum ein herstellerunabhängiger Integrator statt Einkauf bei einem Anbieter?
- Ein Haus mit Schwerlasttransport, Stationsdienst und Bodenreinigung braucht in der Regel mehr als eine Hardwarefamilie, und die entscheidende Arbeit liegt zwischen den Produkten: Aufzugs- und Türschnittstellen, Netzabdeckung, hygienische Freigabe, herstellerübergreifende Flottensteuerung und die Normnachweise für die Vergabe. Ein unabhängiger Integrator spezifiziert diesen Umfang zuerst und wählt die Hardware dagegen aus. Das hält die Flottensteuerung austauschbar und vermeidet Herstellerbindung.